esperanza para peru

Hoffnung für Peru

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Ostern

13 April 2009 (03:01) | Allgemein

die Kinder erzählen die AuferstehungsgeschichteErLebtinternational 

Manchmal kommt es mir vor, als hätte Ostern etwas von einem Film – und zwar von einem, den man schon ‘zig Mal gesehen hat. So wie in der Karwoche eben all die alten Historienschinken als Wiederholung im Fernsehen präsentiert werden, genauso gibts in der Kirche oder Gemeinde ein Historienschinken eben, eine ewige Wiederholung.Kann man es Menschen verdenken, dass sie das mittlerweile langweilig finden, dass sie sich die dauernden Wiederholungen einfach nicht mehr antun? Die Kreuzigung am Karfreitag hat ihren Gruseleffekt verloren. Man weiß schließlich wie es ausgeht. Wer soll noch betroffen sein, wenn man doch genau weiß, dass drei Tage danach alles wieder ungeschehen gemacht wird, die Geschichte wie ein kitschiger Hollywood-Film mit Happy end schließt. Muss man sich das jedes Jahr antun? Ich weiß nicht – warum tun ihr euch das an? Wir gehen hin, wir machen es, so, wie man sich die x-te Wiederholung eines Klassikers eben immer wieder anschaut – ohne eigentlich recht zu wissen, warum man es wirklich tut. Manche Filme sind halt zu Kultfilmen geworden. Und für viele ist Ostern etwas ganz Ähnliches: Ein Kult eben, ein Ritus, der ungefragt in jedem Jahr dazu gehört, so macht mans halt. Und andere machen es dann eben anders oder dann halt gar nicht. Und das soll wirklich alles sein? Wenn Ostern lediglich eine Inszenierung ist, die jedes Jahr aufs Neue abläuft, wenn Ostern nichts anderes ist, als die Erinnerung an eine Geschichte, die sich vor 2000 Jahren zugetragen hat – eine große, eine gewaltige, eine weltbewegende Geschichte zwar, aber nichts anderes als eine Geschichte eben -, dann wird das wohl auch alles gewesen sein. Dann wird man Ostern vielleicht noch aus Tradition und Gewohnheit beibehalten, man wird vielleicht sogar akademisch über Details und Inhalte fachsimpeln und diskutieren. Ergriffen und begeistert wird man aber kaum sein. Und ich kann sehr gut verstehen, warum das, warum solch ein Ostern, allmählich langweilig und nichtssagend wird.Das aber ist nicht Ostern! Ostern hat für mich sehr wenig mit Geschichte zu tun und auch kaum etwas mit Erinnerung. Ostern ist nicht etwas, was vor zweitausend Jahren stattgefunden hätte. Wir denken nur bedingt an Jesu Tod und seine Auferstehung. Am Karfreitag geht’s nicht zuerst um Jesus. Am Karfreitag geht es zuallererst um uns. Es geht auch um Jesu Tod, zuallererst aber geht es um unser Sterben, darum, dass wir sterben werden – jeder einzelne von uns. Und da ist der Karfreitag dann alles andere als eine Wiederholung. Er ist allerhöchstens eine Probe für den Ernstfall. Und für manchen ist er vielleicht sogar schon die Generalprobe. Hier läuft keineswegs jedes Jahr der gleiche Film, denn dieser Film kann noch gar nicht laufen. Er wird gerade erst produziert! Und er ist erst recht kein Historienspektakel. Er handelt zuallererst von unserer Gegenwart und unserer Zukunft! Denn Ostern will uns deutlich machen, dass Gott uns in Händen hält, dass er zu uns steht, und dass er unser Leben trägt. Und das selbst durch den Tod hindurch! Dass Jesus auf die Erde kam, Leiden und Tod auf sich nahm und am dritten Tage auferstand hat einzig und allein den Grund, uns deutlich zu machen, wofür wir bestimmt sind: Deutlich zu machen, dass Gott das Leben möchte und nicht den Tod. Und dass er unser Leben möchte! Ostern ist das Fest der Vorfreude, Vorfreude auf unsere Auferstehung – der Freude darüber, dass wir nicht im Tod bleiben werden, sondern leben! Denn genau das sagt uns das Osterfest: Keiner von uns bleibt im Tod, weil genau das Gott nämlich nicht will! Was wir von Jesus hören, dass Gott ihn nämlich nicht im Tod gelassen hat, das gilt für uns. Es ist geradezu so etwas wie ein Drehbuch, ein Drehbuch unseres Lebens. Drehbuch für einen Film, der noch gar nicht abgedreht ist, der gerade jetzt, in diesem Augenblick, erst produziert wird. Und wer das realisiert, der mag erahnen wie spannend und ergreifend die Kar- und Ostertage in Wirklichkeit sind: Sie sind nicht zuerst Erinnerung. Sie sind eine gewaltige Herausforderung. Denn plötzlich spielen wir mit. Die Leinwand, das ist unser Leben. Und wir spielen mit! Und Ostern zu feiern, heißt dann vor allem anderen, sich aufs neue des Drehplans zu versichern, sich noch einmal vor Augen zu halten, dass – ganz egal in welcher Szene wir gerade stecken. Wie wir das genau hinbekommen werden, ist im Letzten noch nicht ausgemacht. Und ob wir die Rolle wirklich “Oscar”-reif meistern, das steht auch noch in den Sternen. Zuvor ist noch manches Getsemani zu überwinden und auch der Karfreitag steht noch aus. Für Spannung und großes Gefühl ist also allemal gesorgt.

Wir, die Missionare hier in Curahuasi haben Ostern gemeinsam im Hause der Familie Hassfeld gefeiert. Nach einer durchzechten Gebetsnacht im Krankenhaus mit anschließendem Osterfrühstück, gab es einen gemeinsamen internationalen, kinder-erwachsenen Gottesdienst. Mit Kinderliedern für die Kleinsten bis hin zu englisch und spanisch Überstetzung und einer kleinen Predigt von einem Schweizer Kurzzeitmitarbeiter, es war für jeden was dabei. Vergesst nicht: Ihr seid Teil dieses absolut einmaligen Drehbuches des Films “ER LEBT”::))

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