esperanza para peru

Hoffnung für Peru

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Rundbrief 3

13 August 2007 (14:48) | Allgemein

HERR, du hast begonnen, deinen Knecht deine Größe und deine starke Hand
sehen zu lassen. Denn wo im Himmel und auf Erden ist ein Gott, der <so
etwas> wie deine Werke und wie deine Machttaten tun könnte?
5Mo 3,24

Hallo liebe Freunde, wohlbehalten bin ich wieder in Curahuasi gelandet und dabei, mich in meinem neuen zu Hause einzurichten. Nach vier Monaten Sprachschule bis Ende Mai, verbrachte ich den Juni und Anfang Juli in Ecuador. Drei Wochen arbeitete ich im Hospital Vozandes del Oriente, ein amerikanisches Missionskrankenhaus in Shell. Shell liegt am Übergang der Anden in den Dschungel. Man nennt diese Gegend auch ceja de la selva (die Augenbraue des Dschungels) und demzufolge eine traumhafte Gegend. Auch an die täglichen Platzregen und das schwüle Klima konnte man sich, wenn man einen Regenschirm hatte, schnell gewöhnen.

Shell hat eine aufregende jahrzehntelange Missionarsgeschichte. HCJB Radio und die MAF sind dort stationiert und haben im Laufe vieler Jahre einiges bewirken können, was Evangelisation ecuadorianischer Stämme angeht. Damals sind fünf junge Missionare in den Urwald geflogen und haben versucht sich einem Stamm zu nähern. Am Ende sind alle brutal ermordet worden.
Die Ehefrauen der Ermordeten vergaben ihnen und lebten sogar unter ihnen. Die Mörder waren völlig verdutzt, dass diese Frauen sie nicht hassten. Sie bekehrten sich und heute leben die Ureinwohner in Frieden und sind bekehrt. Manchmal muß die Missionarswelt schwere Opfer bringen.

Es war eine gute Gelegenheit zu sehen, wie ein Missionkrankrankenhaus funktionieren kann und viele Informationen, z.B. über das Computer- oder Abfallsystem, konnte ich mit nach Peru nehmen. Die Krankheitsbilder in der Selva (Dschungel) sind doch sehr anders als in der Sierra (Hochland). Fast täglich kamen Kinder mit Schlangenbissen, viele leiden unter chronischen Ostheomyelitiden (Knochenentzündungen) aufgrund der einseitigen Ernährung. Ebenso gibt es ziemlich viele Autounfälle, da man sehr gerne auf den Ladeflächen oder auf den Dächern der kleinen Pickups oder Lastwagen mitfährt. Auch hier sind wieder vorwiegend die Kinder betroffen.

Der Rückweg mit Bus und Flugzeug ging über Quito und Gayaquil, die zwei größten Städte in Ecuador, wo ich jeweils zwei bis drei Tage verbracht habe und nochmal “richtige Zivilisation” schnuppern konnte.
Probleme gab es nur auf dem Flug von Lima nach Cusco, denn der Flughafen in Cusco war besetzt von der Lehrerschaft, die ein Feuer gelegt hatte.

Der Sol verliert gerade an Wert und das soll bis zum Jahresende noch so weitergehen. Lebensmittel kosten jetzt teilweise 100% mehr. Durch ein neues Gesetz können alle südamerikanischen Länder ihre Produkte steuerfrei in Peru einführen und dadurch billig verkaufen. Dadurch werden aber die Preise der peruanischen Produkte total gedrückt und die Leute verdienen kaum mehr was, was für viele sehr kritisch ist.
Das alles führt zu Streiks, einmal von Seiten der Agrarleute, außerdem streikten eben auch die Lehrer. Die sind nämlich sauer, dass sie jetzt jedes Jahr eine Prüfung ablegen sollen und wenn sie dreimal durchgefallen sind, dürfen sie nicht mehr lehren. So hatten die Schüler mehr als zwei Wochen keine Schule. Es gab in ganz Peru einen 48-Stunden Generalstreik. Die Straßen wurden mit Felsbrocken und Erdwällen blockiert, so dass kein Durchkommen war. Auf dem Flughafen wurde ein Feuer gelegt, so dass wir nicht landen konnten und einen Tag verspätet in Cusco ankamen.

Neuigkeiten aus Curahuasi
Jeden Tag fragen wir uns, wo der nächste Scheck herkommt und ob wir das Geld zusammenkriegen, was noch fehlt und irgentwie ist doch immer wieder Geld da, dass der Bau weiter gehen kann. Im Moment versuche ich mit einem „Kurzzeitmitarbeiter“, dem Chirurgen Matthias Stephani einen Überblick über die chirurgischen Instrumente zu bekommen und zu sortieren. In der letzten Juniwoche haben wir die 2,2 Tonnen Kleidung sortiert. Leider ist alles Männerkleidung und vieles muss geändert werden, was viel Zeit in Anspruch nehmen wird. Die Examen für die peruanischen Bewerber (Krankenschwester und Zahnärzte) sind gelaufen.
Viele, auch ich, empfanden es doch als ziehmlich schwierig und die Zeit war knapp bemessen. Auch die Vorstellungsgespräche, zu denen etwa 35 eingeladen wurden, liegen hinter uns. Ab Oktober werden dann die peruanischen Mitarbeiter eingestellt.

Am 28. Juli war hier in Peru der Dia Patria, der Nationalfeiertag. Es ist einer der wichtigsten Tage für die Peruaner und der Stolz für ihr Vaterland ist gewaltig. In allen Städten gab es riesige Paraden, wo sich alle Schulen und so gut wie jeder Verein, vom Mehrschweinchenzuchtverein bis zum Hahnenkampfverein, sich präsentierten und natürlich auch wir Mitarbeiter von Diospi Suyana.
Mit riesem Plakat und Perufahnen marschierten wir im Stechschrit über den Plaza de Armas von Curahuasi, vorbei an der Tribuene mit Bürgermeister und allen wichtigen Leuten der Stadt. Es war doch ein bischen fremd, aber es ist wichtig die Traditionen mitzumachen und die Leute haben sich bedankt, dass wir das für ihr Vaterland tun.

Liebe Leute, die Zeit ist knapp und der Countdown läuft!!
Die Planungen für die Einweihung laufen auf Hochtouren. Das komplette Krankenhaus und Amphitheater müssen dekoriert werden. 3000 Luftballons müssen aufgeblasen werden und natürlich wollen die 4000 erwarteten Gäste auch was essen.
Bitte betet mit dafür, dass wir das Wichtigste bis zur Einweihung schaffen.
Die Praesidentengattin Pila Noris hat auch zugesagt und es ist ihr eine Ehre zu kommen. Auch weitere 120 “VIPs” aus Peru, USA und Deutschland werden erwartet.
Wie immer könnt ihr alles brandaktuell im Internet unter www.diospi-suyana.org mitverfolgen.
Herzlichst, Eure Carolin

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